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Tafel 10 - Mühlen

 

Mühlen

In Gegenden des intensiven Getreideanbaus – Uedem galt im Mittelalter als die „Kornkammer des Klever Landes“ - waren Mühlen unverzichtbare Wirtschaftsbauten. Das einträgliche Recht, sie zu betreiben, war ursprünglich ein königliches Regal und ging dann an die Landesherren über. Im Stadtgebiet von Uedem ließen sich weder Wind- noch Wassermühlen betreiben, es existierten lediglich einige Rossmühlen. Nur der Höhenzug nordöstlich von Uedem, der von allen Seiten vom Wind erfasst wird, eignete sich zum Aufstellen von Windmühlen.

Die Hohe und die Niedermühle

Die Mühlenstraße führte von der Pfarrkirche durch das Mühlentor zu diesem Höhenrücken, der die bereits im Jahr 1319 erwähnte Hohe Mühle trägt. Aus Stein erbaut zählt sie zu den ältesten rheinischen Windmühlen, weshalb sie einst sogar für ein römisches Bauwerk gehalten wurde.

Nach ihrer Stilllegung im Jahr 1912 widmete die Gemeinde den Turmstumpf 1933 in ein Kriegerehrenmal um. Der Beseitigung der Kriegsschäden folgte 1988/89 eine umfassende Instandsetzung. Heute dient das Gebäude als öffentliche Begegnungsstätte.

An die niedrig gelegene Niedermühle, die Leege Mühle, erinnert heute der Niedermühlenweg. Ihre erste Erwähnung reicht auf das Jahr 1626 zurück. Eine Zeichnung aus dem 18. Jahrhundert zeigt eine Bockwindmühle. Bei diesem Mühlentyp ruht der drehbare Oberbau auf einem hölzernen Gerüst, dem Bock. 1883 wurde die Niedermühle ein Raub der Flammen.

Weitere Windmühlen

Zwei weitere Turmwindmühlen standen seit Mitte des 19. Jahrhundert im Umfeld des Ortes:

die Mühle auf dem Klutenberg in der Bauernschaft Steinbergen (bis 1921 in Betrieb) und die Windmühle in der Bauernschaft Steinbergen/Bünnert (bis 1914 in Betrieb).

Bronzefigur „Müller“

An die einstige Bedeutung des Mühlenwesens für das gesamte Uedemer Land erinnert heute eine von Wolfgang Frische im Jahr 1988 nahe dem ehemaligen Mühlentor erstellte Bronzestatue eines Müllers, der sein Mahlrad bearbeitet.

Das Mühlentor

Das 1359 als porta dicta Molenporte erwähnte Mühlentor wurde 1573 schwer beschädigt und 1766/67 komplett abgerissen. Analog zu den anderen Toren handelte es sich um einen wuchtigen Torturm mit einem Vorwerk (Torzwinger), dessen äußeres Tor durch zwei Rundtürme oder Runderker bewehrt wurde.

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