zum Inhalt. Hilfe


Hilfsnavigation




Anleser & Infos


Inhalt

Tafel 12 - Kloster St. Agatha

 

Das aus einem Beginenhaus hervorgegangene Kloster St. Agatha lag am heutigen Agathawall etwa 30 Meter westlich dieser Infostele. Über die Anfänge des 1462 erstmals urkundlich erwähnten Klosters ist nichts bekannt. In der Beginenordnung Herzog Johanns I. von Kleve aus dem Jahr 1463 heißt es, Uedem besitze die vorgegebene Zahl an Insassinnen. Diese betrug drei Jahre später, als der Konvent dem Herzog die Übernahme der Augustinerregel bekannt gab, 33 Personen.

Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1626 errichteten die Nonnen das Gebäude neu und bauten dabei eine kleine Kirche an. 1640 plünderten kaiserliche Soldaten das Kloster. 1648 lebten im Kloster nur noch acht Schwestern, drei Novizinnen und eine Dienstbotenfamilie. Aufgrund von Missständen wurde das Kloster 1670 für mehrere Jahre geschlossen.

Der Stadtbrand von 1685 zerstörte auch das Kloster samt Kirche. Der Wiederaufbau wurde  durch eine großangelegte Spendensammlung ermöglicht, an der sich sogar Kaiser Leopold I. in Wien beteiligte. Doch erst 1717 konnten die Nonnen ihr Domizil, zu dem ein Brauhaus für den Eigenbedarf gehörte, wieder beziehen und fünf Jahre später die neuerrichtete Klosterkirche nutzen.

Zwischen dem Chorherrenkloster St. Spiritus und dem Agathakloster bestanden enge Beziehungen. So waren die Rektoren des Nonnenklosters immer Augustiner-Chorherren aus Uedem oder aus dem Kloster Gaesdonck bei Goch.

Im Zuge der Säkularisation wurde 1802 auch das Uedemer Kloster aufgehoben und dessen Besitz wurde als Domänengut versteigert, 14 Nonnen mussten das Kloster verlassen: Zu ihrem Glück kaufte der Landwirt Gottfried Beckers 1803 das Klostergut auf und überließ es ihnen bis zu ihrem Ableben. Danach wurden die Klostergebäude teilweise erneut verkauft. Einige wurden als Wohnungen genutzt, andere kaufte die jüdische Gemeinde an, um sie zu einer Synagoge und jüdischen Schule umzubauen.

Sonstige Ordensschwestern

Ab 1858 übernahmen Barmherzige Clemensschwestern aus dem Mutterhaus in Münster die Krankenpflege im neuerrichteten St.-Laurentius-Krankenhaus am heutigen Agathawall. Im 20. Jahrhundert betreuten sie den Kindergarten an der Lohstraße und leiteten die Handarbeitsschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten die Schwestern ihren Dienst im neuerrichteten Krankenhaus (bis 1975) und späteren Altenheim an der Mühlenstraße fort.

Seit 1894 wirken Schwestern von der Heimsuchung Mariä (Salesianerinnen) in Uedem. Zunächst im ehemaligen Kloster der Uedemer Augustiner untergebracht, lebten sie seit 1899 im neuerrichteten Kloster am Ostwall, das die Uedemer liebevoll "Betklösterchen" nennen. 2003 zogen sie in einen Erweiterungsbau des Altenheimes an der Mühlenstraße.

Zum Herunterladen