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Tafel 13 - Jüdische Gemeinde

 

Erst seit dem 17. Jahrhundert lassen sich Juden in Uedem nachweisen. Die wenigen Juden, die sich hier ansiedelten, waren entweder als Metzger, als Händler oder auch Produzenten im Textilgewerbe tätig.

In der Französischen Zeit (1794 – 1814) erhielten die Juden nahezu alle staatsbürgerlichen Rechte. Nach 1847 wurde die Synagogengemeinde Uedem eingerichtet. Im Jahr 1857 lebten 76 Juden in Uedem – gegenüber 72 evangelischen und 2.224 katholischen Einwohnern.

Die steigenden Schülerzahlen führten dazu, dass am Agathawall in den 1820er Jahren eine jüdische Elementarschule eingerichtet wurde, die bis zum Ende des Jahrhunderts bestand.

In dieser Zeit sank der jüdische Bevölkerungsanteil – wie überhaupt am ländlichen Niederrhein - durch Abwanderung.

Synagoge

1820 erwarb die jüdische Gemeinde die Kapelle des aufgelösten St. Agatha-Klosters am heutigen Agathawall und wandelte sie 1822 in eine Synagoge um. Die „Judenkirche“, wie die Synagoge im Volksmund hieß, wurde mehrfach umgebaut. 1938 wurde das Grundstück an eine benachbarte Schuhfabrik verkauft, kurz darauf muss die ehemalige Synagoge abgebrochen worden sein.

NS-Verfolgung

Die kleine jüdische Gemeinde Uedem, in den 1930er Jahren kaum noch zwanzig Mitglieder stark, wurde in der NS-Zeit ausgelöscht. Nur wenige jüdische Uedemer vermochten sich durch Emigration nach Übersee zu retten, andere flüchteten - vergebens - in die westlichen Nachbarländer.

Während der Reichspogromnacht im November 1938 wurde in Uedem u.a. die Metzgerei Devries an der Lohstraße zerstört.

Heute mahnt eine von Wolfgang Frische im Jahr 1988 gestaltete Stele, zersplitterndes Glas symbolisierend, an diese schrecklichen Ereignisse, während eine Tafel in der Friedhofshalle die Namen der ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger festhält.

Seit 1996 trägt die Grundschule den Namen „Geschwister-Devries-Grundschule“ in Erinnerung an die beiden im Holocaust ermordeten jüdischen Mädchen Ruth und Hilde Devries.

Friedhof

Um 1700 entstand der erste jüdische Friedhof am heutigen Graf-Johann-Wall.

Aufgrund seiner vollständigen Belegung eröffnete man 1825 den jetzigen Begräbnisplatz. Dann wurde der jetzige Begräbnisplatz an der Marienstraße angelegt.

Doch in der NS-Zeit wurden die Grabsteine abgeräumt, die Friedhofsparzelle eingeebnet, verkauft und schließlich überbaut. Der Erwerber errichtete auf der Friedhofsfläche ein Ziegelsteingebäude. Erst 1957 wurde auf Drängen der Jewish Trust Corporation for Germany und des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Nordrhein der Friedhof wiederhergestellt. Heute stehen hier 17 Grabsteine.

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