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Tafel 15 - Evangelische Kirche

 

Bereits um 1550 versammelte Stephan von Hertefeld eine kleine evangelische Hausgemeinde auf seinem Rittersitz Haus Kolk in Uedemerbruch. In der Stadt Uedem waren um 1590 erste Anfänge einer reformierten Gemeinde erkennbar. Ihr erster Prediger, Heinrich Stulenius, nahm 1611 dort seine Arbeit auf.

Die Reformierten bildeten eine Minderheit gegenüber der römisch-katholischen Bevölkerung. Im 17. und 18. Jahrhundert besetzte der reformierte Landesherr öffentliche Stadtämter und das Gericht fast ausschließlich mit Reformierten. Außerdem stabilisierte er die Finanzen der Kirchengemeinde. Auch die Adelsfamilie von Morrien unterstützte die Uedemer Protestanten durch großzügige Schenkungen von Ländereien, aus deren Erträgen Prediger und Lehrer besoldet werden konnten. Als Gegenleistung forderte sie ein Mitspracherecht bei der Wahl des Predigers und die Abhaltung eines zusätzlichen Gottesdienstes auf Schloss Kalbeck. Zu den Förderern zählte auch Freiherr Rynsch auf Gut Holthuysen, nördlich von Keppeln.

Um 1900 gehörten bereits 300 Personen der evangelischen Kirche an, darunter vor allem Landwirte und Nachkommen der Pfälzer Emigranten, deren Höfe rings um Uedem lagen. Nach 1945 nahm der evangelische Bevölkerungsanteil bis auf aktuell etwa 20 Prozent zu.

Kirche

Eine Versammlungsstätte oder gar Kirche für Gottesdienste gab es anfänglich für die Gemeinde nicht. Um 1640 diente ein angekauftes Haus zunächst als Predigtstätte. Es konnte um 1660 mit Unterstützung des Landesherrn, Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, zu einer Kirche umgebaut werden. Nach dem großen Stadtbrand von 1685 wurden Kirche, Schul- und Predigerhaus innerhalb eines Jahres wieder aufgebaut. Der neuerliche Wiederaufbau nach der Zerbombung 1945 dauerte drei Jahre.

Schule

Die Schulbildung gehörte zu den zentralen Aufgaben einer protestantischen Gemeinde, da die Alphabetisierung das eigenständige Bibellesen ermöglichte. In Uedem gab es seit der Mitte des 17. Jahrhunderts ein Schulhaus neben der reformierten Kirche: der Schulmeister war Angestellter der reformierten Kirchengemeinde. Im 19. Jahrhundert war die evangelische Schule in einem Hause an der Keppelner Straße untergebracht. 1952 bezog sie den Neubau, die Stephan-von-Hertefeld-Schule, die bis Ende der 1960er Jahre bestand.

Friedhof

In Ermangelung eines eigenen Friedhofes wurden bis 1712 die Toten im Keller der Kirche oder auf dem katholischen Friedhof an der Laurentiuskirche, dann hinter der Kirche bestattet. Angesehene Personen - Richter, Bürgermeister und vor allem Mitglieder der Adelsfamilien von Morrien und von der Heyden – setzte man weiterhin im Kircheninneren bei. Seit 1827 liegt der evangelische Friedhof an der Marienstraße.

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