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Tafel 2 - Rathaus und Markt

 

Ein Rathaus lässt sich für Uedem erstmals 1563 nachweisen. Es stand bis zu seinem Abbruch Mitte des 19. Jahrhunderts nördlich der katholischen Pfarrkirche in markanter Lage am Markt. Danach siedelte die Kommunalverwaltung in ein anderes Gebäude in der Nähe um. Seit 1958 steht das heutige Rathaus an der Mosterstraße.

Rats- und Magistratsverfassung

Laut Stadtprivileg von 1359 wurden alljährlich am 2. Januar Bürgermeister, Schöffen und Rat gewählt. Sie mussten durch den Landesherrn, der auch den Richter und Boten einsetzte, bestätigt werden. Als die Stadt noch vor 1539 das Ratswahlrecht aus unbekannten Gründen verlor, wurde der Magistrat fortan vom Richter eingesetzt.

Während der Bürgermeister die Generalaufsicht innehatte, war je ein Schöffe für die Ökonomie, das Kämmerei-, Bau- und Einquartierungswesen, die Polizei und andere Bereiche zuständig. Wichtige Aufgaben waren die Abnahme der Stadt-, Kirchen- und Armenrechnungen sowie der Schautag, an dem man die Schornsteine inspizierte.

Nach 1718 bestand der Magistrat nur noch aus dem Bürgermeister und vier Schöffen, darunter der Kämmerer und der Sekretär. Zum Stadtpersonal zählten weiterhin der Stadtbote und Nachwächter, vier Pförtner, vier Torschreiber sowie das niedere Akzisepersonal (ein Aufseher und Waagemeister).

Seit dem frühen 18. Jahrhunderts wurde die Arbeit der Magistrats von einem landesherrlichen Beamten, dem sogenannten Ortskommissar (Commissarius Loci), beaufsichtigt.

Markt

Graf Johann von Kleve genehmigte 1359 einen siebentägigen freien Jahrmarkt zum Laurentiustag vom 7. bis 13. August. Ein Marktplatz wird erstmals 1369 erwähnt, blieb jedoch bis weit in das 20. Jahrhundert ein Straßenmarkt an einer Ausbuchtung der Mühlenstraße gegenüber dem Rathaus. 1431 und im 17. Jahrhundert genehmigte der Herzog von Kleve einen Wochenmarkt, für den Marktrecht und Marktfreiheiten der Stadt Kleve galten.

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wurden die ruinösen Häuser zwischen der evangelischen und katholischen Kirche beseitigt und es entstand der heutige Platz, an dem heute verschiedene Veranstaltungen und der Wochenmarkt stattfinden.

Der Weberplatz und der Hosenmarkt (heute hinter dem Rathaus) erinnern an das bis ins 19. Jahrhundert florierende Weberei- und Tuchgewerbe. Auf dem Hosenmarkt wurden jedoch keine Hosen, sondern Strümpfe verkauft: „Hosen“ ist plattdeutsch und bedeutet Strümpfe.

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