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Tafel 4 - Landwirtschaft

Der Stadtbauer

Schon im Mittelalter galt das Umland von Uedem als Kornkammer des Klever Landes, wobei die Beschaffenheit der Böden vor allem den Anbau von Roggen und Hafer zuließ. Nach dem Bericht des preußischen Kriegs- und Steuerrats Smettach aus dem Jahr 1722 wurde in der Stadtfeldmark fast ausschließlich Getreide angebaut, wohingegen nur wenige Wiesen und kaum Heugewächs vorhanden waren. Das Getreide brachten die Einwohner meistens zum Weitertransport nach Xanten an den Rhein.

Trotz seines stattlichen Erscheinungsbilds kam Uedem bis ins 20. Jahrhundert nie über den Status eines Ackerbürgerstädtchens hinaus. Die Mehrzahl seiner Bürger bestand bis ins 18. Jahrhundert aus Stadtbauern bzw. „Ackerbürgern“, die morgens mit einem Ackergerät, der Karre, dem Pflug, der Walze oder der Egge durch das Stadttor auf ihre Äcker zogen.

Bauernhöfe in der Stadt

Die innerstädtischen Bauernhöfe unterschieden sich markant von den ländlichen Bauernhöfen, da sie sich gleich den Bürgerhäusern in die Straßenzeilen einreihten. Die Wirtschaftsgebäude – Scheune und Stallungen – lagen hinter dem Wohnhaus und waren nur durch Torwege oder Nebenstraßen zu erreichen. Ihrer Betriebsgröße zufolge könnte man die Höfe der mittelgroßen Klasse zuordnen, die eine durchschnittliche Ackerfläche von 60 bis 80 Morgen und einen Großviehbestand von zwei oder drei Pferden und sechs bis acht Kühen aufwiesen.

Es ist erstaunlich, dass sich die landwirtschaftliche Ausrichtung so lange in der Stadt hielt, obwohl man den Schutz durch Mauern schon längst nicht mehr nötig hatte und das Stadtbauerntum dem bäuerlichen Bestreben, inmitten der Felder zu wohnen, widersprach. Zudem beengte die Stadtstruktur die Expansion der landwirtschaftlichen Betriebe. Aber das Aussiedeln in die Feldmark scheint doch mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden gewesen zu sein. Um 1900 gab es noch 15 Bauernhöfe, vier davon allein in der Mosterstraße, in den 1960er Jahren keinen einzigen mehr.

Das Mostertor

Das südwestlich aus der Stadt führende Mostertor wurde vermutlich erst beim Ausbau der Stadtbefestigung im frühen 15. Jahrhundert errichtet, da es bei der Stadterhebung 1359 nicht wie die anderen Tore erwähnt wird. Über sein Aussehen ist nichts bekannt. Vermutlich kopierte es aber die älteren Tore und bestand aus einem kräftigen inneren Torturm und einem Vorwerk mit einem äußeren Torturm. Nach einem Teileinsturz im Jahr 1738 wurde es zusammen mit den anderen Stadttoren 1766/67 beseitigt.

Bronzefigur „Bauer“

Die Mosterstraße hat ihren Namen von der Bezeichnung „Most“, die auf den Wald Richtung Kalbeck hinweist. An der Stelle des ehemaligen Vorwerks des Mostertores steht heute die  Bronzefigur „Bauer“, die 1988 von Wolfgang Frische geschaffen wurde.

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