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Tafel 6 - Viehwirtschaft

 

Auch die Viehzucht kam in der Ackerbürgerstadt Uedem nicht zu kurz. Jeden Morgen wurde das Vieh über die Viehstraße durch das nördliche Stadttor op et heere grass getrieben, wovon das Tor seinen Namen „Viehtor“ hat. Jenseits des Viehtors begann die Viehstege, der Triftweg, auf dem der Stadthirte das Vieh in die Heide zwischen Keppeln und Kalbeck zum einzigen Weidegebiet auf der Höhe trieb. Heere grass weist auf die Zeit hin, als weder Bauern noch die Stadt selbst eigenes Land hatten, man also noch auf das Gras der Herren, der Landesherren, angewiesen war.

Schafzucht und Weberei

Auch die Schafzucht spielte früher in Uedem eine gewisse Rolle, denn fast jeder Bewohner hatte einen Stall für Schafe und Ziegen. Die Schafe und Ziegen wurden in das Heidkamp und in die Bauernschaft Buchholt bis zur Gocher Heide hin getrieben. Aus der Schafsmilch wurde Käse gemacht, aus der Wolle Kleider und vom Fleisch ernährte man sich. Der sogenannte Hosenmarkt hinter dem heutigen Rathaus erinnert noch heute an die Strumpfweberei der damaligen Zeit. Denn unter dem niederdeutschen Wort „Hosen“ versteht man Strümpfe und nicht Beinkleider, die man als „Boxen“ bezeichnete.

In Zusammenhang mit der Schafzucht ist auch der Flachsanbau zu erwähnen, der Uedem das Gepräge einer Weberstadt verlieh.

Aber nicht nur Landwirte hielten Vieh, sondern auch viele Handwerker hatten einen kleinen Rindviehbestand. Nach der Bürgerrolle von 1885 gab es in Uedem noch etwa 150 Tagelöhner, die etwas Vieh hielten, einen Garten und etwas Pachtland bearbeiteten und sich zusätzlich in der Landwirtschaft betätigten.

Das Viehtor

Das Viehtor gehörte mit der Ersterwähnung im Jahr 1359 als porta dicta Vieporte zu den drei ursprünglichen Toren der Stadtbefestigung. Zusammen mit den übrigen drei Toren wurde es 1766/67 wegen Baufälligkeit niedergelegt. Wie die anderen Stadttore bestand es aus einem wuchtigen inneren Torturm mit Walmdach und einem Vorwerk mit zwei schlanken Rundtürmen, das bereits 1744 abgebrochen war.

Bronzefigur „Viehhirtin“

Diese von Wolfgang Frische 1988 geschaffene Bronzefigur an der Viehstraße erinnert an die Vergangenheit dieses Platzes, an dem einst das Viehtor stand.

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