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Tafel 9 - Mauern und Türme

Das Baudenkmal „Schlüterei“

Dieser Turm – die sogenannte „Schlüterei“ - ist der einzig erhaltene Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Der kleine, dreigeschossige Backsteinturm schließt hinter einem umlaufenden Zinnenkranz mit einem steilen Walmdach ab. Er wurde vermutlich 1414 als landesherrliches Gebäude errichtet und diente als Sitz des Amtmannes sowie des Schlüters. Von hier aus wurden die landesherrlichen Hofgüter in den Ämtern Uedem, Sonsbeck, Kervendonk und Winnekendonk verwaltet. Der Schlüter ließ sich die Abgaben von den Pächtern in Naturalien oder Geld auszahlen.

Die Verwaltungsreform aus dem Jahre 1713 brachte das Ende für die Schlüterei und den Schlüter. Die Aufgaben wurden von der Akzise-Administration (Steuerverwaltung) übernommen.

Mauern, Tore und Türme

Schon bevor Uedem im Jahr 1359 das Stadtrecht durch Graf Johann von Kleve erhielt, war mit dem Bau einer steinernen Umwehrung begonnen worden. Diese sollte nicht nur die Siedlung schützen, sondern auch einen eigenen Rechtsbezirk definieren. Bereits 1359 besaß die Stadt drei Tore (Viehtor, Mühlentor, Lohtor), wohl im 15. Jahrhundert kam das Mostertor hinzu, möglicherweise im Zuge des Ausbaus der Befestigungsanlagen. Ein Wassergraben, in dem man Fischerei betrieb, umgab die Stadt. Noch im 18. Jahrhundert hatte die Stadtmauer zwei runde und zwei viereckige Türme, einer davon war der Nachtwächterturm. Während die baufälligen Tore bereits 1766/67 abgerissen wurden, trug man die Stadtmauer erst einige Jahrzehnte später fast komplett ab. Zugleich verfüllte man bis etwa 1850 die Stadtgräben. Um 1960 wurden die letzten Mauerreste beseitigt.

Die Tore bestanden alten Ansichten zufolge aus einem wuchtigen inneren Torturm und einem gut befestigten Vorwerk (Torzwinger), dessen äußerer Torturm mit zwei schlanken Rundtürmen oder hohen Runderkern bewehrt wurde.

Instandhaltung 

Bis zur Fertigstellung der Stadtbefestigung brauchte es Jahrzehnte, da die nur wenige Hundert zählende Einwohner starke Bevölkerung nicht nur kräftig zahlen, sondern auch tüchtig Hand mit anlegen musste. Neben den obligaten Instandsetzungsarbeiten für die mehrere Meter hohe Befestigung waren wiederholt nicht zuletzt infolge von Kriegszerstörungen Reparaturen nötig. Neubürger und neue Meister der Gilden hatten deshalb u.a. einige Hundert Steine für die Ausbesserung der Mauer abzuliefern bzw. zu bezahlen. Wegen des enormen Backsteinbedarfs stellten die Städte oft eigene Ziegelmeister ein und unterhielten vor ihren Mauern Ziegelöfen.

Da die Landesherren an der baulichen Sicherung ihrer Städte größtes Interesse hatten, förderten sie den Bau und Unterhalt von Stadtbefestigungen durch Privilegien und Sondersteuern.

Schanzen

Seitlich der vier Stadttore befanden sich sogenannte Schanzen, mit Erde aufgeworfene Plateaus, die ein Wall umfriedete. Auf ihnen wurden Geschütze platziert. In Friedenszeiten dienten sie zweckmäßigerweise als Bleiche

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