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Uedem

Der Kern der Gemeinde - der Ort Uedem - ist einer der ältesten fränkischen Siedlungen am unteren Niederrhein.

Nachdem die Römer Mitte des 5. Jahrhunderts das Land verlassen hatten, wurden die Franken die neuen Herren.

Die Archäologie deutet einen 1951 etwa 500 Meter südsüdwestlich der heutigen Uedemer Kirche gefundenen Knickwandtopf mit hoher Sicherheit als Hinweis auf ein merowingerzeitliches Ortsgräberfeld und entsprechende Besiedlung bereits im 7. Jahrhundert. Ein weiteres Indiz für die Existenz einer Siedlung Uedem in merowingisch-fränkischer Zeit ist der Ortsname: Die von „Oda" und ihrer Sippe angelegte Rodungssiedlung bekam den Namen "Odeheim" (später Othihem, Othehem, Utehem, Uthem, Udem, Uden und 1378 erstmals Uedem), weil es zur Zeit der Landnahme der Franken üblich war, den Neugründungen den Namen des Sippenführers oder wie im Fall Uedems, den der Sippenführerin, und die Endung „heim" zu geben.

Der Name „Uedem" wird zum ersten Mal am 5. Oktober 866 urkundlich erwähnt, als Gaugraf Ansfried sein Eigentum im Hattuariergau, nämlich die in der Uedemer Mark (in odeheimero marca) gelegene Rodungssiedlung villa Geizefurt, dem Kloster Lorsch im Rheingau übertrug.    

Im 12. Jahrhundert ging die Grundherrschaft von den Nachkommen der „Oda" teils auf das Stift Xanten, teils auf den Grafen von Kleve über, der um 1200 auch Landesherr wurde.

Großes Stadtsiegel von Uedem, 1369Schöffensiegel von Uedem, 1390

Im Urbar (Einkünfteverzeichnis) des Grafen Dietrich IX. von Kleve wurde Uedem erstmals 1319 als Stadt bezeichnet. Das erste Stadtprivileg bekam Uedem am 5. Januar 1359 von Graf Johann I. verliehen. Sein Versprechen, die Uedemer aus der Hörigkeit zu befreien, konnte Graf Johann I. nur unter Mithilfe des Stiftes Xanten einlösen, weil die Uedemer nicht ihm als Landesherrn, sondern dem Stift Xanten als ihren Grundherrn gegenüber hörig waren. Das Stift Xanten erklärte sich zur Umwandlung der Leibgewinngüter in Erbpachtgüter bereit. Durch den „Xantener Vertrag" vom 1. Mai 1359 zwischen Graf Johann I., dem Xantener Stift und dem Uedemer Magistrat wurde die Befreiung aus der Hörigkeit eingeleitet.
Die Stadt Uedem, Uedemerfeld und Uedemerbruch hatten spätestens 1363 eigene Gerichte, die durch die Person des Richters mit dem Schöffengericht Uedem verbunden waren. Alle drei Gerichte führten Schöffensiegel. Sie tagten gesondert, müssen aber auch zu gemeinsamen Sitzungen zusammengetreten sein.

Ansicht der Stadt Uedem von Norden, um 1650. Unbekannter Stecher nach Henrik Feltmann (Kalkar circa 1610 - nach 1669) Kupferstich, 69 x 116 mm. (Quelle: Museum Kurhaus Kleve - Sammlung Robert) Angerhausen

Über die vorstädtische Entwicklung der Siedlung Uedem bis zum 14. Jahrhundert ist nur wenig bekannt. Spätestens zur Zeit der Stadterhebung 1359 hatte Uedem die flächenmäßige Ausdehnung erreicht, wie sie noch auf Katasterkarten des 18. und 19. Jahrhunderts zu sehen ist:
Den Verlauf der knapp 1.000 Meter langen Stadtmauer markieren im heutigen Straßenbild die vier Wälle: Graf-Johann-Wall, Agathawall, Burgwall und Turmwall. Reste der Stadtmauer sind noch vereinzelt vorhanden, insbesondere auf dem Kindergartengelände an der Viehstraße. Den Zugang zur mittelalterlichen Stadt vermittelten vier große Tore, deren ehemaligen Standorte heute an vier von Wolfgang Frische geschaffenen lebensgroßen Bronzeplastiken zu erkennen sind: der Müller an der Mühlenstraße für das Mühlentor im Osten, der Gerber an der Lohstraße für das Lohtor im Süden (Richtung Kervenheim), der Bauer an der Mosterstraße für das Mostertor im Südwesten (Richtung Goch) und die Viehhirtin an der Viehstraße für das Viehtor im Norden (Richtung Kleve).
1414 errichtete Graf Adolf II. von Kleve die Stadtburg oder Schlüterei in Uedem als den Sitz für den landesherrlichen Amtmann.
Bestimmend für das alte Stadtbild waren neben der landesherrlichen Schlüterei, der Stadtmauer mit vier Türmen die öffentlichen Gebäude (vor allem das 1563 erstmals erwähnte Rathaus), die beiden Kirchen und die beiden Klöster. Der Marktplatz wird 1369 erstmals genannt. Bei dem Stadtbrand von 1685, der nur zwei Häuser verschonte, brannte die Schlüterei ab und wurde nicht wieder aufgebaut. Dafür baute man den noch heute erhaltenen großen Wehrturm am Turmwall als Schlüterei aus. Der heutige Stadtturm ist der einzige erhaltene Rest der Stadtbefestigung.

Die Adelsfamilie von Hertefeld aus Weeze war 1531 durch Heirat Stephans V. mit Ida von Holthuysen in den Besitz der Güter der Familie Egeren gekommen, die sich bereits Ende des 15. Jahrhunderts durch Einheirat mit denen von Holthuysen verbunden hatte. Zu den so erlangten Besitzungen zählten die Häuser Kolk bei Uedemerbruch und Egeren in der Stadt Uedem. Haus Egeren, an der Stadtmauer in der Nähe des Mostertores gelegen, blieb vom verheerenden Stadtbrand von 1685 verschont.

Die heutigen Außenwälle und die Stadtwege entsprechen in ihrem Verlauf genau der Katasterkarte von der Stadt Uedem von 1733/34 mit ihrem Maßstab ca. 1 : 4.000.

farbige Katasterkarte der Stadt Uedem um 1730

Überragendes Bauwerk war damals wie heute die Pfarrkirche St. Laurentius, dessen Turm aus der Zeit um 1200 stammte. Der romanische Vorgängerbau wurde im 14. und 15. Jahrhundert erweitert bzw. umgebaut. 1887 wurde die Kirche abgerissen und durch einen zweitürmigen Bau (1888-1890) im neoromanischen Stil ersetzt. Beim Abriss ist ein vermauerter Memorienstein des 11. Jahrhunderts zum Vorschein gekommen, der die Existenz einer Kirche für diese Zeit sichert. Dies war vielleicht schon der zweite Kirchbau seit dem Frühmittelalter. Der Memorienstein - heute in der Ostwand des südlichen Querhauses der Pfarrkirche eingemauert - ist das älteste erhaltene Sachzeugnis für die mittelalterliche Geschichte Uedems und Umgebung.

Nach den Kriegszerstörungen erfolgte von 1958 bis 1960 ein Neubau unter Einbeziehung von Teilen der alten Bausubstanz.

Auf einen Ausbau der Stadt im 15. Jahrhundert weisen die Errichtung eines Hospitals und des Klosters St. Spiritus der Augustinerchorherren (zwischen Viehstraße und Augustinerstraße) mit seiner zweitürmigen Kirche sowie der Bau des Klosters St. Agatha der Augustinerinnen am heutigen Agathawall hin.
Bei der Gründung des Augustinerchorherrenstiftes ist erwähnenswert, dass im Jahr 1446 der gebürtige Uedemer Heinrich Raescop, Propst an St. Maria zu Utrecht, in seiner Heimatstadt ein Altmänner-Schülerhaus stiftete. Unter Festlegung eines Lehrplans sollten 12 aus Uedem stammende Schüler bis zur Vollendung ihres 17. Lebensjahres unterrichtet werden und mit dem Rektor zusammenleben.
Die Stiftung kam nicht recht in Gang und wurde 1451 in ein Augustinerchorherrenstift umgewandelt, wobei sich der berühmte Kirchenrechtler und päpstliche Kardinallegat Nikolaus von Kues im Rahmen seiner Legationsreise (1450 - 1452) erfolgreich um die Uedemer Klostergründung bemühte. Die Uedemer Augustinerchorherren gehörten der Windesheimer Kongregation an und förderten somit die Bewegung der Devotio moderna. Beide Uedemer Klöster wurden im Jahr 1802 durch den französischen Staat säkularisiert.


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Neuzeit

In der weiteren Entwicklung überstand der Ort die wechselvollen Zeitläufe mit allen Umbrüchen und Katastrophen.
Uedem zählte von 1540 bis 1572 zu den klevischen Beistädten der Hanse, die dem Vorort Wesel zugeordnet waren.
Die Adelsfamilie von Hertefeld zum Kolk förderte bereits 1562 die Einführung der Reformation und stellte ihren Familiensitz Haus Kolk als frühe Gottesdienststätte zur Verfügung. Die Evangelischen mussten sich im Zuge der gegenreformatorischen Tendenzen zu Betstunden auch weiterhin im Verborgenen treffen. 1594 sind die Anfänge einer reformierten Gemeinde in Uedem erkennbar. Die Reeser Kirchengemeinde erklärte sich 1597 bereit, gelegentlich ihren Prediger nach Uedem zu schicken. Der Prediger verfasste eine Kirchenordnung, die das Gemeindeleben und ihre Zusammenkünfte regeln sollte. 1603 wurde ein Presbyterium gebildet, dem unter anderem der Advokat beim Klever Hofgericht Egbert Hopp (Verfasser des Werkes ,,Kurze Beschreibung des Clevischen Landes", erstmals erschienen 1655) und Heinrich von Ehsen angehörten. Spätestens um 1650 ist wohl der erste Kirchenbau erfolgt.

Stadtmodell von Uedem um 1650 (Museum Burg Linn, Krefeld)

Im 17. Jahrhundert erhielt das Uedemer Land einen neuen Landesherrn. Nach dem Aussterben des klevischen Herzogshauses fiel das Herzogtum Kleve 1609/1614 zusammen mit den Grafschaften Mark und Ravensberg an die Kurfürsten von Brandenburg, die späteren preußischen Könige. Am 4. April 1609 nahm Stephan VII. von Hertefeld zum Kolk (gestorben 1636) im Auftrag des Kurfürsten von Brandenburg, das Herzogtum Kleve und damit auch Stadt und Amt Uedem in Besitz. Der städtische Magistrat setzte sich fortan bis Ende des 18. Jahrhunderts aus Vertretern der evangelisch-reformierten Gemeinde zusammen.
Das Zusammenleben zwischen der katholischen Bevölkerungsmehrheit und den Protestanten war gerade im 17. und 18. Jahrhundert von konfessionellen Spannungen und Auseinandersetzungen begleitet. Im Jahr 1730 kam es zu Unruhen in der Stadt, die nur mit Hilfe des preußischen Militärs beendet werden konnten.

Seuchen, Brände und Kriege

Die Bevölkerung wurde vom 15. - 18. Jahrhundert von Seuchen, Bränden und Kriegen heimgesucht. Während des 80-jährigen Unabhängigkeitskrieges der Niederländer gegen die Spanier (1568 bis 1648) wurde insbesondere der linksrheinische Teil des Herzogtums verwüstet. Der Raum Uedem hatte in dieser Zeit durch die Besatzung rücksichtsloser Söldnerheere zu leiden. Als im Jahr 1635 der kaiserliche Feldherr Octavio Piccolomini mit seinen Regimentern den Niederrhein besetzte, errichtete er auch ein Feldlager vor Uedem. Kurze Zeit später brach die Pest aus und forderte viele Opfer. 1618, 1685 und 1796 wurde Uedem ein Opfer der Flammen. Der verheerendste Brand am 18. April 1685 zerstörte die ganze Stadt außer zwei Häuser an der Stadtmauer.

Im Oktober 1794 marschierten französische Truppen in die nördlichen Rheinlande ein. Für zwanzig Jahre, also bis 1814, war der gesamte linke Niederrhein und damit auch Uedem unter französischer Besatzung und ab 1801 sogar Teil des französischen Staates. Es wurde eine neue Verwaltungsstruktur nach französischem Vorbild eingerichtet, die im Jahr 1800 auf der kommunalen Ebene die Bildung von Mairien, d.h. Bürgermeistereien, mit sich brachte. Die 1798 gebildeten Gemeinden (communes) Uedem und Uedemerfeld fasste man dabei zur Mairie Uedem zusammen.

Wappen des Bürgermeisterei-Amtes Uedem bis in die 1920er Jahre

Nach der endgültigen Niederlage Napoleons 1815 legte der Wiener Kongress die territoriale Neuordnung Europas fest. Die rheinischen Gebiete bildeten fortan die preußische Rheinprovinz. Die von den Franzosen festgelegte Verwaltungsstruktur blieb in ihren Grundzügen bis 1945 erhalten.
Ab 1823 wurden die Bürgermeistereien Keppeln und Uedem, unterbrochen von 1851 bis 1866, in Personalunion verwaltet.
Gegenüber 1817 hatte sich die Einwohnerzahl der Bürgermeisterei Uedem (Uedem und Uedemerfeld) im Jahr 1852 um 600 auf 2.472 erhöht.

Seit 1894 leben Schwestern von der Heimsuchung Mariä (Salesianerinnen) in Uedem. Zunächst im ehemaligen Konventsgebäude der Uedemer Augustiner untergebracht, lebten sie seit 1899 im neuerrichteten Kloster am Ostwall, das die Uedemer liebevoll "Betklösterchen" nennen. 2003 zogen die Schwestern in einen eigens errichteten Erweiterungsbau des Uedemer Altenheimes an der Mühlenstraße um. 2010 feierte man das 400-jährige Bestehen des Ordens, der von Franz von Sales 1610 gegründet wurde.

Wirtschaftliche Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert

Durch den umfangreichen Flachsanbau und die Schafzucht in der Umgebung war Uedem zunächst als Weberstadt bekannt mit zahlreichen Webstühlen, von denen um 1890 noch drei in Betrieb waren.
Mit der Industrialisierung ging während des 19. Jahrhunderts das Textilgewerbe in Uedem zurück. In den 1830er Jahren entstanden in Uedem zwei blühende Wirtschaftszweige: Die Schuhfabrikation, die Uedem den Beinamen Schusterstädtchen einbrachte, und der Maschinenbau. Aus dem herkömmlichen, in Uedem stark vertretenen Schuhmacherhandwerk begann 1830 mit der Gründung des Betriebs der Gebrüder Straaten die Schuhfabrikation, zunächst als Handarbeit und überwiegend als Heimarbeit. Neben Plüschpantoffeln wurden vor allem Arbeitsschuhe gefertigt. 1885 wurden rund 100 Schuster in Uedem gezählt. Im Jahr 1900 erfolgte die Umstellung auf Maschinenarbeit; es entstanden Fabrikbetriebe, so dass erst seit dieser Zeit von einer Schuhindustrie gesprochen werden kann. Um die Jahrhundertwende existierten bereits 10 Schuhfabriken in Uedem, bis 1928 waren es sogar 50 mittlere und kleinere Betriebe mit ungefähr 400 Arbeitsplätzen. Die ursprüngliche Vertriebsform der Schuhe war der Landhandel auf den Märkten in der Umgebung; mit der Mechanisierung der Betriebe setzte auch die Professionalisierung des Vertriebs ein, der zum größten Teil ins Ruhrgebiet und in andere Gegenden Deutschlands ging. Die Uedemer Schuhindustrie hat sich mit ihrer Spezialisierung auf Arbeits- und Berufsschuhwerk (Sicherheitsschuhe) als außerordentlich krisenfest erwiesen. Ihre Produkte gehören heute zu den führenden auf dem internationalen Markt.
1832 wurde die Maschinenfabrik Mühlhoff gegründet, zunächst als Kupferschmiede, dann wurden dort Eisenwaren und später Landmaschinen produziert. Der Firma gelang in den 1950er Jahren die Umstellung auf neue Produkte; seit 1955 ist sie Zulieferer für die internationale Autoindustrie. Mit dem 2004 geänderten Firmennamen Mühlhoff Umformtechnik GmbH verdeutlicht das Unternehmen den endgültigen Abschied vom Maschinenbau und die Spezialisierung zum hoch professionellen Umformer von Stahlblech und Walzerzeugnissen.
Ein weiterer bedeutender Wirtschaftszweig in Uedem ist seit 1933 der Elektroanlagenbau der Firma Horlemann, die im ganzen Bundesgebiet für die Stromversorgung arbeitet.

1855 erfolgte der Straßenbau Uedem-Weeze, zwei Jahre zuvor fuhr die erste Personenpost auf der Strecke Kalkar - Uedem - Weeze. 1890 bestand eine telegraphische Verbindung von Uedem über Keppeln nach Kalkar. 1904 wurde die erste öffentliche Fernsprechzelle in Uedem errichtet.

Mit der 1875/1878 erbauten internationalen Eisenbahnverbindung der Nordbrabantschen-deutschen Eisenbahngesellschaft (Boxteler Eisenbahn genannt) zwischen Berlin, Hamburg und Vlissingen-London über Wesel-Goch war Uedem mit seinem Bahnhof verkehrsmäßig sehr günstig erschlossen; es erfolgte ein nennenswerter wirtschaftlicher Aufschwung, da Molkereibetriebe, die Firma Mühlhoff und die Uedemer Schuhindustrie von dem Eisenbahnanschluss profitierten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Verbindung als Nebenbahnstrecke von der Deutschen Reichsbahn übernommen, 1963 der Personenverkehr, 1966 der Güterverkehr nach Uedem eingestellt. 1978 kaufte der Landschaftsverband Rheinland ein 9 km langes Stück von Goch nach Uedem und baute die Landstraße L77, die von Goch bis Uedem schnurgerade verläuft.

1927 zählte die Bürgermeisterei Uedem ca. 2.900 Einwohner in der Ortschaft Uedem und 650 Einwohner in Uedemerfeld.     

Der Zweite Weltkrieg

Im Verlauf der letzten Kämpfe des Zweiten Weltkrieges im Februar 1945, die im hiesigen Raum zu den schwersten des ganzen Krieges gehörten, wurden die Orte Uedem und Keppeln mit ihren Bauernschaften durch schwere Bombenangriffe, langanhaltendes Artilleriefeuer und in tagelangen Kämpfen fast völlig zerstört. Am 27. Februar 1945 eroberten kanadische Truppen den Ort Uedem.

Nachkriegszeit

Foto von der Mosterstraße mit Blick auf die St. Laurentius-Kirche

Von 1945 bis 1969 bildeten die Gemeinden Uedem, Uedemerfeld, Keppeln und Uedemerbruch das Amt Uedem mit dem Verwaltungssitz in Uedem.

Einen großen Einschnitt in die Entwicklungsgeschichte Uedems stellte die weitgehende Zerstörung der Stadt im Februar 1945 dar.
Während die Hauptkirchen restauriert wurden, sollten zahlreiche Wohnhäuser am Markt nicht wieder aufgebaut werden; hierdurch entstand der heutige Marktplatz.
Die folgenden fünfziger Jahre standen ganz im Zeichen des Wiederaufbaus. In dieser Periode wuchsen an der Peripherie des Ortes neue Wohngebiete, in denen neben ausgebombten Familien insbesondere Flüchtlinge und Vertriebene eine neue Heimat fanden. Zählte der Ort im Januar 1946 nur 2.560 Einwohner (1939 waren es 2.934) wurde bereits 1952 die Marke von 3.000 überschritten.

Im Jahre 1969 verlor die Gemeinde Uedem ihre Selbständigkeit und wurde ein Ortsteil der Großgemeinde Uedem.

In den Jahren 1985 - 1990 erfolgte die heute als gut gelungen zu bewertende Wohnumfeldverbesserung im Ortskern Uedem. Wer heute durch Uedem wandert, schaut in malerische Sträßchen, die den alten Wällen folgen, sieht kleinere und größere Parks mit Teichen und Ruhebänken. Kurz: Uedem ist, wie der Slogan der Gemeindeverwaltung lautet: „lebenswert ... liebenswert“. Sehenswert ist neben dem historischen Ortskern der vom bekannten Künstler Professor Karl-Henning Seemann aus Stuttgart geschaffene Brunnen, der einen optischen Glanzpunkt auf dem neu gestalteten Marktplatz bildet. Er symbolisiert mit dem Motto „Wej träkke all an een tauw“(„Wir ziehen alle an einem Strick“) den Willen der Bürger zum gemeinsamen Handeln.      

In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts konnte der Ort Uedem seine Attraktivität, insbesondere seit 1992 durch den Autobahnanschluss „Uedem/A57" steigern und erlebte einen starken Zuzug an Neubürgern.
Im Jahr 2004 schlossen sich die Katholischen Kirchengemeinden St. Laurentius Uedem, St. Jodokus Keppeln und Hl. Familie Uedemerbruch zur Fusionsgemeinde St. Franziskus Uedem zusammen.

Betrug die Bevölkerungszahl im Jahr 1957 noch 3.553, leben heute 5.814 Bürger (Stand: September 2016) im Ortsteil Uedem.

Ansprechpartner

Herr Hetjens
Telefon: 0 28 25 / 88-56
Telefax: 0 28 25 / 88-45
E-Mail: franz-josef.hetjens@uedem.de
Adresse: Rathaus Uedem, Mosterstraße 2, 47589 Uedem

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