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Uedemerfeld

Foto: Blick auf Bauernhöfe und Felder in Uedemerfeld

Die Ortsgeschichte von Uedemerfeld, mit Uedem eng verbunden, ist als Waldhufensiedlung erwähnenswert. Die Siedlung hat keinen geschlossenen Dorfcharakter, sondern besteht aus einzelnen Höfen und Hofgruppen, die im Wesentlichen den Bauernschaften Persel, Kirsel, Uedemerfeld, Steinbergen und Bünnert zuzuordnen sind. Sie umgeben den Ortsteil Uedem.
Die früheste Erwähnung Uedemerfelds findet sich in einer Urkunde vom 1. August 1236, in der sich der Graf von Kleve und sein Sohn mit dem Stift Xanten vergleichen. Aus dieser Zeit stammt auch einer der ältesten Höfe des Dorfes, der Papenhovenhof, der im nördlichen Teil der Bauernschaft Uedemerfeld liegt. Er war ursprünglich ein Unterhof des Stiftes Xanten, zu dem eine große Anzahl von Behandigungsgütern in Uedemerfeld gehörte.
In den Jahrhunderten danach entwickelte sich das Gebiet um Uedem, Keppeln und Uedemerfeld mehr und mehr zur Kornkammer des Klever Landes, zum „horreum Cliviae".

Schöffensiegel von Uedemerfeld, 1392

Ungefähr seit 1300 bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts gab es ein eigenes Schöffengericht Uedemerfeld. Die Zuständigkeit des Gerichtes galt nicht nur für den Bereich des heutigen Ortsteils Uedemerfeld, sondern auch für einen großen Teil des heutigen Ortsteils Uedem. Die Stadt Uedem hatte nämlich Kompetenzen nur innerhalb der Stadtmauern. Die Bereiche außerhalb der Stadtmauer wie die Gebiete Lohberg, Katzenberg oder Niedermühlenweg zählten zu Uedemerfeld.

In Uedemerfeld standen zwei Mühlen: die Hohe Mühle (eine Turmwindmühle, erbaut Anfang des 14. Jahrhunderts) und die Niedermühle (eine Bockwindmühle, erbaut im Jahr 1626). Um 1850 kamen noch zwei Turmwindmühlen hinzu.

Das Kirchspiel Uedemerfeld gehörte bis 1798 mit Uedemerbruch und Keppeln zum Amt Uedem, danach bestand es als selbständige Gemeinde bis 1969 und wurde im Zuge der Kommunalreform in die Großgemeinde Uedem integriert.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gründete sich im Raum Uedem eine Freie evangelische Gemeinde. Ab 1883 trafen sich einige Christen im Haus von Philipp Esselborn/Uedemerfeld zu sogenannten „Stubenversammlungen", aus denen sich zwischen 1888 und 1890 die „Freie evangelische Gemeinde Uedemerfeld" entwickelte. Die Mitglieder der Gemeinde kamen aus Uedemerfeld, Uedemerbruch, Sonsbeck und Bönninghard. Seit 1960 gibt es ein eigenes Gemeindehaus am Roten Berg 1. Seit 1962 heißt die Gemeinde „Freie evangelische Gemeinde Uedem".

In den Jahren 1875 bis 1878 errichtete die Nordbrabantsche-Deutsche Eisenbahngesellschaft die Eisenbahnlinie von Boxtel/NL über Goch nach Wesel. Im Jahre 1906 erhielt Uedemerfeld einen Bahnhof, wo landwirtschaftliche Güter und Kohle verladen wurden. Sein Betrieb endete im Jahr 1945.

Vorderansicht der Hohen Mühle

Wichtigstes Baudenkmal Uedemerfelds ist die Hohe Mühle auf dem Katzenberg. 1319 erstmals urkundlich erwähnt wurde die Mühle 1912 stillgelegt und 1932/33 von der Gemeinde in ein Kriegerehrenmal umgebaut. Nach umfassenden Sanierungsarbeiten im Jahr 1989 dient das Gebäude heute als Begegnungsstätte und Aussichtsturm. Seither gilt die Hohe Mühle als besonderer Anziehungspunkt für Besucher. Der Besucher genießt von hier einen wunderbaren Ausblick auf die niederrheinische Landschaft, besonders auf das reizvolle Waldgebiet „Uedemer Hochwald". Im Innern des Turmes ist eine ständige Ausstellung über die Geschichte des Uedemer Schuster- und Holzschuhhandwerks untergebracht.

1955 errichtete die britische Besatzungsmacht auf dem Paulsberg in Uedemerfeld eine Großraumradarstation, die nach britischem und dann deutschem Kommando im Jahr 1994 geschlossen wurde. Von 2000 bis 2007 baute die NATO die Militäranlage mit seinem ehemaligen Luftverteidigungsbunker zum Führungszentrum für die Luftabwehr aus.
In Uedemerfeld gibt es eine intakte Ortsgemeinschaft, die gemeinsame interne Veranstaltungen organisiert. So existiert die circa 300 Jahre alte St. Anna-Bruderschaft. Alljährlich wird in einer Scheune das große Erntedankfest mit Frühschoppen, gemeinsamen Mittagessen und Niederrheinischer Kaffeetafel gefeiert. Und beim Winterfest gibt es für alle Mitglieder der Bruderschaft ein gemeinsames Abendessen.

Heute leben 397 Einwohner (Stand: September 2016) im Ortsteil Uedemerfeld.

Ansprechpartner

Herr Hetjens
Telefon: 0 28 25 / 88-56
Telefax: 0 28 25 / 88-45
E-Mail: franz-josef.hetjens@uedem.de
Adresse: Rathaus Uedem, Mosterstraße 2, 47589 Uedem

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